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AUGEN AUF! 100 Jahre Leica Fotografie

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Christer Strömholm. Nana, Place Blanche, Paris 1961 © Christer Strömholm Estate, 2016 / Kunstfoyer München
Christer Strömholm. Nana, Place Blanche, Paris 1961 © Christer Strömholm Estate, 2016 / Kunstfoyer München
Bruce Gilden, Ohne Titel, aus dem Zyklus “Portraits”, 2013 © Bruce Gilden, 2016 / Kunstfoyer
Bruce Gilden, Ohne Titel, aus dem Zyklus “Portraits”, 2013 © Bruce Gilden, 2016 / Kunstfoyer
François Fontaine, Brigitte Bardot, Le Mépris (Jean-Luc Godard, 1963) und Grace Kelly, To Catch a Thief (Alfred Hitchcock, 1955),, aus dem Zyklus “Silenzio! Mémoires de Cinéma”, 2012 © François Fontaine, 2016 / Kunstfoyer
François Fontaine, Brigitte Bardot, Le Mépris (Jean-Luc Godard, 1963) und Grace Kelly, To Catch a Thief (Alfred Hitchcock, 1955),, aus dem Zyklus “Silenzio! Mémoires de Cinéma”, 2012 © François Fontaine, 2016 / Kunstfoyer
Jeff Mermelstein: Sidewalk, 1995 © Jeff Mermelstein, 2016 / Kunstfoyer
Jeff Mermelstein: Sidewalk, 1995 © Jeff Mermelstein, 2016 / Kunstfoyer
Viktor Kolář: Ohne Titel, aus dem Zyklus “Ostrava”, 1992 © Viktor Kolář, 2016 / Kunstfoyer
Viktor Kolář: Ohne Titel, aus dem Zyklus “Ostrava”, 1992 © Viktor Kolář, 2016 / Kunstfoyer
Bernd Arnold: Ohne Titel, aus dem Zyklus “Das Kölner Heil”, 1986–1996 © Bernd Arnold, 2016 / Kunstfoyer
Bernd Arnold: Ohne Titel, aus dem Zyklus “Das Kölner Heil”, 1986–1996 © Bernd Arnold, 2016 / Kunstfoyer
Fred Herzog: Mann mit Verband, 1968 - Courtesy of Equinox Gallery, Vancouver © Fred Herzog, 2016 / Kunstfoyer
Fred Herzog: Mann mit Verband, 1968 - Courtesy of Equinox Gallery, Vancouver © Fred Herzog, 2016 / Kunstfoyer
Fred Herzog: Main barber, 1968 - Courtesy of Equinox Gallery, Vancouver © Fred Herzog, 2016 / Kunstfoyer
Fred Herzog: Main barber, 1968 - Courtesy of Equinox Gallery, Vancouver © Fred Herzog, 2016 / Kunstfoyer
Robert Lebeck: Der gestohlene Degen, aus der Serie “Afrika im Jahre Null” (Auslandsreportage für Kristall), Leopoldville, 1960 © Robert Lebeck, 2016 / Kunstfoyer
Robert Lebeck: Der gestohlene Degen, aus der Serie “Afrika im Jahre Null” (Auslandsreportage für Kristall), Leopoldville, 1960 © Robert Lebeck, 2016 / Kunstfoyer
Ramón Masats, Ohne Titel, Tomelloso, Spanien, 1960 © Ramón Masats, 2016 / Kunstfoyer
Ramón Masats, Ohne Titel, Tomelloso, Spanien, 1960 © Ramón Masats, 2016 / Kunstfoyer
F.C. Gundlach, Modereportage für Nino, Hamburg, St. Pauli, 1958 © F.C. Gundlach, 2016 / Kunstfoyer
F.C. Gundlach, Modereportage für Nino, Hamburg, St. Pauli, 1958 © F.C. Gundlach, 2016 / Kunstfoyer
Walter Vogel, Dalmatiner ... Kein Interesse an Fußball, Düsseldorf, 1956 © Walter Vogel, 2016 / Kunstfoyer
Walter Vogel, Dalmatiner ... Kein Interesse an Fußball, Düsseldorf, 1956 © Walter Vogel, 2016 / Kunstfoyer
Walter Vogel, Boxerbeine, Düsseldorf, 1956 © Walter Vogel, 2016 / Kunstfoyer
Walter Vogel, Boxerbeine, Düsseldorf, 1956 © Walter Vogel, 2016 / Kunstfoyer
Anton Stankowski, Begrüßung Rüdenplatz, 1932 © Stankowski-Stiftung, 2016 / Kunstfoyer
Anton Stankowski, Begrüßung Rüdenplatz, 1932 © Stankowski-Stiftung, 2016 / Kunstfoyer
Oskar Barnack, Hochwasser in Wetzlar, 1920 © Leica Camera AG, 2016 / Kunstfoyer
Oskar Barnack, Hochwasser in Wetzlar, 1920 © Leica Camera AG, 2016 / Kunstfoyer
Oskar Barnack, Eisenmarkt, Wetzlar, 1913 © Leica Camera AG, 2016 / Kunstfoyer
Oskar Barnack, Eisenmarkt, Wetzlar, 1913 © Leica Camera AG, 2016 / Kunstfoyer
Ur-Leica von 1914 © Leica Camera AG, 2016 / Kunstfoyer
Ur-Leica von 1914 © Leica Camera AG, 2016 / Kunstfoyer

„Die Leica ist die Verlängerung meines Auges.“ Henri Cartier-Bresson

Kurzinfo

Diese Kamera hat den Blick auf die Welt verändert. Für immer: Der fallende Soldat von Robert Capa, der Pfützenspringer von Henri Cartier-Bresson, der Kuss am Times Square von Alfred Eisenstaedt, die vor Napalm flüchtenden Vietnamesen von Nick Út, die sowjetische Flagge auf dem Berliner Reichstag von Jewgeni Chaldej – diese berühmten Fotografien sind alles Leica Bilder und haben sich tief in unser kollektives Gedächtnis eingebrannt. Erst die Kompaktheit und innovative Technik der Leica hat Fotografien wie diese ermöglicht. Die Vorgänger der Leica – in der Regel klobige, schwere Kameras – waren wenig handlich und für nur ein Foto pro Glasplatte ausgelegt. Es war kaum möglich, sie spontan einzusetzen. Vor der Leica glich Fotografieren eher einem Inszenieren von Wirklichkeit. Mit der Kleinbildkamera von Leitz wurde spontanes Reagieren möglich sowie unbemerktes Fotografieren auf der Straße.

Über die Ausstellung

Dynamisierung, Demokratisierung, mediale Revolution – technischen Innovationen werden oft große kulturelle Veränderungen zugeschrieben. So auch der Erfindung der Leica vor 100 Jahren. Wie jedoch kann ein kleiner, schwarzlackierter Apparat solch‘ superlative Wirkung entfalten? Das Taschenformat, die Möglichkeit des Objektivwechsels, die leise Mechanik und kurze Verschlusszeiten ermöglichen den Fotografen völlig neue Einsatzmöglichkeiten, extreme Perspektiven und ungewöhnliche Spontaneität. Durch die Verwendung von Kinofilm wird das Fotografieren seriell, preisgünstig und für jeden zugänglich. Schnelligkeit, Freiheit und Leichtigkeit inspirieren Fotografen in ihrer Arbeitsweise und bedienen die Bedürfnisse einer dynamischen Epoche. Die bequem in der Manteltasche zu tragende Kamera ist Auslöser für eine gewaltige Bilderflut, eine immense Lust am Experiment und eine umfassende visuelle Erkundung der Wirklichkeit. So wird die Leica zum Gradmesser von Aufbruch, Tempo und ästhetischen Neuerungen und bleibt ein Mythos bis ins digitale Zeitalter.

Die Ausstellung „AUGEN AUF! 100 JAHRE LEICA FOTOGRAFIE“ beleuchtet in sechzehn Kapiteln Aspekte der Kleinbildfotografie: Von journalistischen Strategien über dokumentarische Ansätze bis hin zu freien künstlerischen Positionen. Sie verdeutlicht erstmals aus kunst- und kulturgeschichtlicher Perspektive, wie sich das fotografische Sehen im 20. Jahrhundert durch das Leica Kleinbild verändert hat. Mehr als 300 Fotografien aus internationalen Sammlungen und Museen sowie Zeitschriften und bedeutende Fotobücher belegen die unterschiedlichen Aspekte der Leica Fotografie ab Mitte der 1920er-Jahre. Die Ausstellung ist somit auch eine Stilgeschichte des Mediums von der klassischen Moderne bis zur postmodernen Vielfalt der Gegenwart, vom Neuen Sehen über die „Photographie Humaniste“ bis hin zum Modebild, von der „subjektiven Fotografie“ über die Autorenfotografie bis zur Street Photography und künstlerischen Fotografie unserer Tage.

In der Ausstellung präsentiert das Kunstfoyer München Arbeiten von international renommierten Leica Fotografen wie Alexander Rodtschenko, Henri Cartier-Bresson, Robert Capa, Christer Strömholm, Bruce Davidson, F.C. Gundlach, Fred Herzog, Robert Lebeck, William Eggleston, Will McBride, Paolo Roversi, René Burri, Thomas Hoepker, Bruce Gilden, Mark Cohen, Nobuyoshi Araki und vielen Weiteren.

Das erste Modell der Leica, deren Markenname sich aus den ersten Buchstaben von Leitz und Camera zusammensetzt, wurde im März 1914 vom Feinmechaniker und Hobbyfotografen Oskar Barnack fertiggestellt. Bereits ihm gelang es, packende Bildmotive auf einen 35-Millimeter-Kinofilm zu bannen. Dabei hatte Barnack das im Kino gebräuchliche Negativformat auf 24 x 36 mm verdoppelt und so einen weiteren für die Kleinbildfotografie des 20. Jahrhunderts verbindlichen Standard geschaffen. Allerdings konnte Ernst Leitz II, damals Chef des im hessischen Wetzlar beheimateten Unternehmens, die serielle Produktion und Markteinführung der Kamera erst zeitverzögert 1925 – nach dem Ersten Weltkrieg – realisieren.

Die Ausstellung wurde von Hans-Michael Koetzle kuratiert und bereits mit großem Erfolg in Hamburg, Frankfurt am Main, Berlin und Wien gezeigt. Die Münchner Station im Kunstfoyer überrascht durch weitere, zuvor nicht gezeigte Arbeiten u. a. von Hans Saebens, Werner Bischof, Paul Wolff oder Gérard Castello-Lopes.

Begleitend ist im Kehrer Verlag ein umfangreicher Katalog erschienen: 562 Seiten, ISBN 978-3-86828-523-9, Preis: 98,- €.