ArchivKunstfoyer

Elliott Erwitt: Retrospective vintages & dogs.

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Von ihm stammen die ersten Aufnahmen sowjetischer Raketen und das einzige Foto Marilyn Monroes mit dem Filmteam von „The Misfits“. Weltbekannt aber wurde er mit seinen komischen Hundefotos. Was Elliott Erwitt auszeichnet ist seine besondere Fähigkeit zu erahnen, was sich als Nächstes ereignen wird: „Gestellte Bilder mache ich nur selten. Ich warte auf meine Motive... ich lasse ihnen Zeit. Manchmal hat man das Gefühl, dass etwas geschehen wird, und wartet. Vielleicht wird etwas daraus, vielleicht auch nicht. Das ist das Schöne am Fotografieren – es kann etwas geschehen.“ Die Fotografen-Legende beobachtet mit der Kamera nicht nur Momente von Glamour oder politischer Brisanz, sondern hat auch einen Blick für den Humor des Alltags. Das Kunstfoyer präsentiert mit dieser Retrospektive Werke aus sechzig Jahren Fotografiegeschichte – als persönliches Statement eines Weltbürgers: Elliott Erwitt war bereits in jungen Jahren gefordert, sich immer wieder auf veränderte Lebensbedingungen einzulassen. 1928 als Sohn russischer Eltern in Paris geboren, bis zu seinem elften Lebensjahr in Mailand aufgewachsen, emigrierte die Familie 1939 nach Los Angeles. Im Umfeld der Hollywood-Reklamen entstehen erste Fotografien, die bald schon seine unverwechselbar humorvolle Weltsicht zeigen. Nicht ohne Erfolg: 1953 wird er Mitglied der berühmten Agentur Magnum. 1955 wählt Edward Steichen einige seiner Werke für die bedeutende Ausstellung „The Family of Man“ aus. Seine erste große Einzelausstellung präsentiert das Museum of Modern Art 1965 und seitdem werden Erwitts Fotografien auf der ganzen Welt in Museen und Galerien gezeigt und sind Gegenstand zahlreicher Publikationen.
„Die Leute zum Lachen zu bringen ist eine der größten Leistungen. Die allergrößte ist es aber, wenn es einem – wie Charlie Chaplin – gelingt, jemanden abwechselnd zum Lachen und zum Weinen zu bringen. Wenn Fotografie gut ist, ist sie ziemlich interessant, und wenn sie sehr gut ist, ist sie irrational und sogar magisch. Sie hat dann nichts mehr mit dem Willen, den bewussten Vorstellungen des Fotografen zu tun. Wenn das Foto passiert, fällt es einem zu als ein Geschenk, das man nicht in Frage stellen oder untersuchen sollte.“
„Manchmal liegt der Humor im Foto und nicht in der Szene, die man fotografiert. Ich meine, man kann die herrlichste Situation vor sich haben, aber das Foto, das man davon macht, ist ganz leblos und vermittelt nichts. Dann wieder fotografiert man irgend etwas Belangloses, zum Beispiel jemanden, der sich an der Nase kratzt, und es wird ein großartiges Bild. Was sich vor der Kamera abspielt und was auf dem Foto ist, das können völlig verschiedene Dinge sein.“
(Zitate: Elliott Erwitt, Personal Exposures, Fotografien 1946-1988, Schirmer/Mosel 1988)