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Margaret Bourke-White Moments in History. 1930 - 1946.

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Blick in die Ausstellung Margaret Bourke-White
Blick in die Ausstellung Margaret Bourke-White

„She was the first woman to photograph the steel mills; the first to belong to the team of photographers for Fortune and Life Magazines; the first foreigner to photograph the Soviet Union in 1930; the first female photographer to work for the U.S. Air force ( the first uniform for a female war correspondent was designed for her); the only foreign photographer present in Moscow when the first German bombs fell on the city on July 19, 1941, right after the war between Russia and Germany began.” Oliva María Rubio

Margaret Bourke-White (1904–1971) war in der männlich dominierten Welt der Fotografen Amerikas ein Medienstar. Ihr Portrait in Fliegermontur während eines Bombereinsatzes, die Kamera lächelnd in der linken Hand, war ein beliebtes Motiv bei den Soldaten. Doch sie musste stets für ihre Karriere kämpfen. Von verschlossenen Türen ließ sie sich dabei nicht beeindrucken. Ihre Bilder zeugen von ihrem „unstillbaren Wunsch dabei zu sein, wenn Geschichte geschrieben wird“, wie sie es selbst formulierte.

Die Ausstellung präsentiert das Werk der Fotografin mit 154 Aufnahmen, Briefen, Publikationen und Zeitschriften. Den Schwerpunkt bilden ihre Arbeiten, die in den 1930er und 40er-Jahren in der Sowjetunion, der Tschechoslowakei, Deutschland, England und Italien entstanden sind. Zudem werden die für Bourke-White charakteristischen Fotografien gezeigt, wie jene, die sie im Auftrag von Eastern Airlines und der Chrysler Corporation aufnahm. Im Dokumentationsteil werden einige ihrer Wort-Bild-Strecken der Magazine Fortune und Life zu sehen sein sowie Auszüge ihrer Briefwechsel mit Persönlichkeiten aus Politik und Kultur, wie Winston Churchill und Georgia O’Keeffe. Bourke-White wollte das „Auge der Zeit“ sein. Für das Life-Magazin, damals eines der bekanntesten und ambitioniertesten Magazine für Fotojournalismus, bereiste sie die ganze Welt. Das Titelfoto der ersten Life-Ausgabe vom November 1936 stammte von ihr. Ihre Bilder waren oft auf den Titelseiten des Magazins Life, für das sie jahrelang arbeitete. Ihre Karriere begann 1927 in Cleveland. Dort fotografierte sie die Stahlgießereien der Stadt. Sie reiste nach Russland als der erste Fünfjahresplan umgesetzt wurde, sie dokumentierte die Dürrekatastrophen 1934 in den USA, die deutsche Invasion in Russland im Jahr 1941 und das Bombardement der Alliierten auf Deutschland. Als Auftragsarbeit für die Zeitschrift Life hielt sie im Sommer 1945 die zerstörten deutschen Städte fest. Bourke-White war bei der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald und des Zwangsarbeitslagers Leipzig-Mockau vor Ort. Ihr Foto „Die lebenden Toten von Buchenwald“ ging um die ganze Welt. Einmal machte sie sogar selbst Schlagzeilen, als Life am 22. Januar 1943 ihren Bericht über den Luftangriff auf den Flugplatz El Aouina in Tunis – den wichtigsten Luftwaffenstützpunkt der Deutschen für den Nachschub von Truppen aus Sizilien – unter dem Titel „Life’s Bourke-White goes Bombing“ veröffentlichte. Ihre Bilder dokumentieren eine komplette Ära der Weltgeschichte.

Die Ausstellung wurde von Oliva María Rubio kuratiert und wird in Deutschland nur in Berlin und München präsentiert. Die Ausstellung wurde organisiert von La Fábrica Madrid in Zusammenarbeit mit dem Kunstfoyer der Versicherungskammer Bayern (München), dem Martin-Gropius- Bau (Berlin), dem Preus-Museum Norwegen, dem Fotomuseum Den Haag und der Syracuse University, Syracuse, USA.

Kuratorin der Ausstellung

Oliva María Rubio

Leitung Kunstfoyer der Versicherungskammer Bayern

Isabel Siben

Begleitbuch zur Ausstellung

Margaret Bourke-White. Moments in History
Erschienen bei La Fábrica, Madrid 2013
Autoren: Oliva María Rubio, Sean Quimby
Festeinband 26,7 x 22,6 cm, 191 Seiten, ca. 150 Abbildungen, englisch
ISBN 978-84-15303-96-1
Museumsausgabe 35 Euro