ArchivKonzertreihe

Filmkonzert: Nanuk, der Eskimo (1922)

Filmverleih und © absolut Medien GmbH
Filmverleih und © absolut Medien GmbH
Foto: © Florian Ganslmeier, MKO
Foto: © Florian Ganslmeier, MKO

Nanuk, der Eskimo (1922) Länge: ca. 78 Min.

Restaurierte Bildfassung mit der neuen Filmmusik von Timothy Brock (1997)
Regie, Buch, Schnitt: Robert J. Flaherty
Verleih: absolutmedien GmbH

Es spielt das Münchener Kammerorchester unter der Leitung von Titus Engel

 

Beginn: 19.30 Uhr

 

Die Neue Musik spiegelt die innere Wirklichkeit und bildet Gefühlswelten ab. Sie lässt uns hören, welche Kraft Umbrüche, Veränderungen und Zeitbrüche in sich tragen. Der künstlerische Dokumentarfilm bildet die äußere Wirklichkeit ab und lässt uns sehen, welche Auswirkungen die Veränderungen auf uns und unsere Kulturen haben. Gemeinsam können sie Größeres – ein Gesamtkunstwerk erschaffen.

Mit der Aufführung des restaurierten Dokumentarfilmklassikers Nanuk, der Eskimo von Robert J. Flaherty aus dem Jahr 1922 stellt die Versicherungskammer Kulturstiftung den Symphonischen Dokumentarfilm bereits zum zweiten Mal einem breiten Publikum vor. Zur Filmaufführung am 3. Dezember spielt das Münchener Kammerorchester die Filmmusik von Timothy Brock unter der Leitung von Titus Engel. Nanuk, der Eskimo gilt als bedeutendster Dokumentarfilm der Stummfilmzeit und ethnologischer Pionierfilm. Er öffnet den Blick für die Schönheit der kanadischen Arktis, wie auch die Härte des Lebens und die traditionelle Lebensweise der Inuit.
 


Anmeldung

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Wir möchten vielen Menschen die Möglichkeit geben, unsere Konzertveranstaltungen zu besuchen. Eintritt und Platzwahl sind frei. Karten werden eine Woche vor der Veranstaltung zugeschickt.

Veranstaltungsort

Kleine Halle, Warngauer Str. 30
Versicherungskammer Bayern
81539 München

Film und Musik

Zum Trailer

Nanuk, der Eskimo (1922) gilt als Klassiker des Dokumentarfilms und zugleich als der erste große Film, der in der Arktis gedreht wurde. Er bezaubert noch heute durch seine Klarheit und Einfachheit. Robert Flaherty lässt seine Zuschauer teilhaben an den Freuden und Mühen des rauen Lebens des Jägers Nanuk und seiner Familie, den er über mehrere Wochen in der kanadischen Arktis begleitet. Der Filmemacher offenbart in seinem Meisterwerk Szenen des Lebens und der Liebe, den Humor und die Zärtlichkeit zwischen der Mutter und den Eskimokindern, poetische Bilder, die ganze Schönheit der großartigen Eiswüste. Der Film entstand als Ergebnis einer Forschungsreise im Auftrag der Canadian Northern Railway. Er zeichnet ein stark romantisiertes Bild des traditionellen Lebens der Inuit und bewegt sich dabei gekonnt zwischen lebensnahem Dokument und Fiktion. Flaherty erntete mit seinen Aufnahmen aber nicht nur Lob. Er geriet vor allem deshalb in die Kritik, weil er der erste Filmemacher war, der dokumentarisch gefilmtes Material mit inszenierten Szenen zu einer Erzählung verband. Um die ursprüngliche Lebensweise der Inuit darzustellen, ermutigte Flaherty Nanuk, der eigentlich Allakariallak hieß, Speere als Jagdinstrument zu nutzen, obwohl dieser damals bereits ein Gewehr besaß. Der Stil des Reenactment, das erzählerische Eingreifen in die die Handlung, galt zum damaligen Zeitpunkt als nicht streng dokumentarisch, wurde jedoch durch Flahertys Einfluss richtungsweisend für den Dokumentarfilm, der heute ohne dieses Stilmittel kaum noch auskommt. Die Originalmusik zum Film stammt von Rudolph Schramm. Eine neue Filmmusik wurde 1997 von dem US-amerikanischen Dirigenten und Komponisten Timothy Brock komponiert. Brock ist spezialisiert auf Konzertwerke des frühen 20. Jahrhunderts und hat bereits über 30 neue Symphonien für Filme aus der Stummfilmzeit geschrieben. Am 3.12. wird seine Partitur live vom Münchener Kammerorchester (MKO) gespielt.
 


Informationen zu den Kooperationspartnern

Das MKO

Münchener Kammerorchester
© Florian Ganslmeier

Eine außergewöhnlich kreative Programmgestaltung in Verbindung mit der in kontinuierlicher Arbeit gewachsenen Homogenität des Klangs: Mehr als 60 Jahre nach seiner Gründung in der unmittelbaren Nachkriegszeit präsentiert sich das Münchener Kammerorchester heute als Modellfall in der deutschen Orchesterlandschaft. Unter einem Saison-Motto – ›Politik‹, ›Alpen‹, ›Jenseits‹, ›Architektur‹, ›Ostwärts‹, ›Drama‹ oder ›Kindheit‹ – konfrontieren die Programme des MKO Werke früherer Jahrhunderte assoziativ, spannungsreich und oft überraschend mit Musik der Gegenwart. Mehr als siebzig Uraufführungen hat das Kammerorchester zu Gehör gebracht, seit Christoph Poppen 1995 die Künstlerische Leitung übernahm und das unverwechselbare dramaturgische Profil des Klangkörpers begründete. Komponisten wie Iannis Xenakis, Wolfgang Rihm, Tan Dun, Chaya Czernowin und Jörg Widmann haben für das Kammerorchester geschrieben; allein seit 2006 hat das MKO Aufträge u.a. an Erkki-Sven Tüür, Thomas Larcher, Bernhard Lang, Nikolaus Brass, u.a. vergeben. Alexander Liebreich, der zur Spielzeit 2006/07 Poppens Nachfolge antrat, setzt auf die Erlebnisqualität und kommunikative Intensität zeitgenössischer Musik. Neben den Donnerstagabenden im Prinzregententheater, der Hauptspielstätte des Orchesters, hat das Kammerorchester in den vergangenen Jahren eine Reihe ungewöhnlicher Konzertformate etabliert. Ein ebenso kundiges wie großes Publikum finden nun schon in der zwölften Saison die ›Nachtmusiken‹ in der Rotunde der Pinakothek der Moderne, die jeweils ein komplettes Programm einem Komponisten des 20. oder 21. Jahrhunderts widmen. Rund sechzig Konzerte pro Jahr führen das Orchester außerdem auf wichtige Konzertpodien in aller Welt. In den letzten Spielzeiten standen u.a. Tourneen nach Asien, Spanien, Skandinavien und Südamerika auf dem Plan. m-k-o.de/

Titus Engel

Titus Engel
© Detlef Baltrock

Sein Debüt am Teatro Real Madrid mit der Uraufführung von Pilar Jurados La página en blanco im Februar 2011 ließ die Presse jubeln. „Superb“, urteilte die Süddeutsche Zeitung, und La Razón schrieb: „Das Dirigat des Schweizers Titus Engel war wunderbar, er kannte das Werk in- und auswendig und erreichte eine exzellente Orchesterleistung.“ 2014 dirigierte er dann in Madrid die erfolgreiche Uraufführung von Charles Wuorinens Oper Brokeback Mountain, und wird 2017 Elena Mendozas Oper La ciudad de las mentiras aus der Taufe heben. 1975 in Zürich geboren, lebt Titus Engel heute in Berlin. Nach seinem Studium der Musikwissenschaft und Philosophie erlernte er sein Dirigierhandwerk bei Christian Kluttig an der Hochschule für Musik Dresden. Förderungen des Dirigentenforums des Deutschen Musikrats (2002 bis 2005) und der Stiftung von David Zinmans American Academy of Conducting at Aspen ergänzten seine Ausbildung. Ein breites Repertoire erarbeitete er sich auch als Assistent von Sylvain Cambreling, Marc Albrecht und Peter Rundel. Inzwischen hat Titus Engel mit zahlreichen renommierten Orchestern zusammengearbeitet, darunter das Orchestre de l'Opéra de Paris, Orchester der Deutschen Oper Berlin, Konzerthausorchester Berlin, Mozarteumorchester Salzburg. Regelmäßig ist er außerdem bei den führenden Ensembles für zeitgenössische Musik zu Gast, darunter das Ensemble Modern, die musikFabrik NRW, das Ensemble Recherche, das Collegium Novum Zürich und das Klangforum Wien. Titus Engel war von 2000-2012 musikalischer Leiter von courage – Dresdner Ensemble für zeitgenössische Musik. Die Suche nach neuen Konzertformen und die dramaturgisch sinnvolle Verbindung von Alter und Neuer Musik sind zentrale Anliegen seiner Konzerttätigkeit. Neben seiner Beschäftigung mit symphonischen Werken des 19. und 20. Jahrhunderts hegt Titus Engel eine große Leidenschaft für die Barockmusik mit Aufführungen auf historischen, aber auch modernen Instrumenten.

DOK.fest - 31. Internationales Dokumentarfilmfestival München 2016

Das DOK.fest München bringt den künstlerischen Dokumentarfilm auf die große Kinoleinwand. An elf Spielorten zeigt das Festival Anfang Mai über eine Woche lang mehr als 130 Filme aus über 40 Ländern. Vielfach sind die Filmemacher zu Gast, um ihre Filme mit dem Münchner Publikum zu diskutieren. Das Programm gliedert sich über Wettbewerbsreihen und Specials. Auch gibt es jährlich ein Gastland, eine Retrospektive, Open-Air-Abende sowie ein eigenes Filmschulfestival. Für Kinder, Jugendliche und Schulen bietet DOK.education eigene Filme mit medienpädagogischen Workshops und beim DOK.forum trifft sich in der Münchner HFF die Branche zur Perspektive des dokumentarischen Erzählens. Längst ist das DOK.fest auch über das Jahr sichtbar. Zum Beispiel als Gast in den Kammerspielen, im Backstage, im Harry Klein oder mit dem Dokumentarfilm des Monats. dokfest-muenchen.de

  • http://www.m-k-o.de/
  • https://www.dokfest-muenchen.de/
  • https://absolutmedien.de/