VorschauKonzertreihe

Sympathy for the Devil

Ilya Gringolts, Foto: Tomasz Trzebiatowski
Ilya Gringolts, Foto: Tomasz Trzebiatowski
Münchener Kammerorchester, Foto: Sammy Hart
Münchener Kammerorchester, Foto: Sammy Hart

22. März 2018, 19.30 Uhr

Sympathy for the Devil

Ilya Gringolts und das Münchener Kammerorchester

„Wenn die Engel für Gott musizieren, spielen sie Bach. Aber wenn sie unter sich sind, spielen sie Mozart“, hat der Schweizer Theologe Karl Barth gesagt. Klingt plausibel – doch was veranstalten die dunklen Gegenkräfte unterdessen? SYMPATHY FOR THE DEVIL ist das Konzert des Münchener Kammerorchesters unter Leitung seines Konzertmeisters Daniel Giglberger betitelt, das hineinlauscht in die mephistophelischen Abgründe der Klassik.

Niccolò Paganini ist da gesetzt: Seit jeher gilt er als Inbegriff des Teufelsgeigers. Der Italiener war ein Virtuose mit übernatürlichen Fähigkeiten, eine dämonische Erscheinung von auffallender Blässe und Hagerkeit. Ein kühl kalkulierender Popstar überdies, der auch Gerüchte, er habe seine Geliebte umgebracht und aus ihren Eingeweiden seine Violinsaiten fabriziert, zu seinen Gunsten einzusetzen wusste – wobei sein süßer Ton auch nüchterne Naturen wie Clara Schumanns strengen Vater Friedrich Wieck in Rührung versetzte. Ilya Gringolts, herausragender Paganini-Interpret unserer Tage, wird das spektakuläre Erste Violinkonzert des Italieners zu Gehör bringen.

Ebenso spielerisch wie leidenschaftlich bezieht sich der knapp vierzig Jahre ältere Luigi Boccherini in seiner Sturm-und-Drang-Sinfonie „La casa del diavolo“ auf eine Schilderung des Fegefeuers aus der Feder seines Kollegen Christoph Willibald Gluck. Der Amerikaner George Crumb (*1929) dagegen hat mit „Black Angels“ für elektrisches Streichquartett einen regelrechten Katalog schräger Angst- und Schreckenslaute vorgelegt; prompt fand der Beginn des Werks im Soundtrack des Horrorstreifens „The Exorcist“ Verwendung. An einem Freitag, den 13., habe er die Partitur vollendet, hat der Komponist verraten. Dabei handelt es sich bei den Schwarzen Engeln der packenden „Images from the Dark Land“ keineswegs um Folklore-Teufelchen: Das Stück ist inspiriert vom ganz realen Inferno des Vietnamkriegs.

Programm

Einführung: Hannah Dübgen, Autorin

Ilya Gringolts, Solo-Violine
Münchener Kammerorchester, Leitung: Daniel Giglberger

Luigi Boccherini, Sinfonia N. 6, 'La casa del diavolo'
George Crumb, Black Angels, Streichquartett
Johann Sebastian Bach, Ricercare a 6 voci, aus 'Musikalisches Opfer' BWV 1079
Niccolò Paganini, Violinkonzert No. 1 D-Dur, Op. 6 (1)

Veranstaltungsort

Foyer der Versicherungskammer Bayern
Warngauer Str. 30
81539 München

Karten

Kostenfreie Eintrittskarten können ab 8. Februar 2018 hier reserviert werden. Bitte beachten Sie, dass eine vorherige telefonische Reservierung nicht möglich ist. Die Karten werden eine Woche vor der Veranstaltung verschickt; die Platzwahl ist frei.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit
  • Faust-Festival München