ArchivKunstfoyer

Werner Bischof. Standpunkt. Hommage zum 100. Geburtstag.

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Werner Bischof, «Hyänen der Schlachtfelder», Kaesong, Korea, Juli 1951, © 2016 Werner Bischof / Magnum Photos
Werner Bischof, «Hyänen der Schlachtfelder», Kaesong, Korea, Juli 1951, © 2016 Werner Bischof / Magnum Photos
Schwebende Schneckenhäuser. Zurich, Switzerland, 1936 © Werner Bischof / Magnum Photos
Schwebende Schneckenhäuser. Zurich, Switzerland, 1936 © Werner Bischof / Magnum Photos
Selbstporträt von Werner Bischof in seinem Studio. Zurich, Switzerland, 1940 © Werner Bischof / Magnum Photos
Selbstporträt von Werner Bischof in seinem Studio. Zurich, Switzerland, 1940 © Werner Bischof / Magnum Photos
Studio von Werner Bischof. Zurich, Switzerland, 1944 © Werner Bischof / Magnum Photos
Studio von Werner Bischof. Zurich, Switzerland, 1944 © Werner Bischof / Magnum Photos
Grenze Schweiz – Deutschland (heute Österreich). St. Margrethen, Switzerland, 1945 © Werner Bischof / Magnum Photos
Grenze Schweiz – Deutschland (heute Österreich). St. Margrethen, Switzerland, 1945 © Werner Bischof / Magnum Photos
Der Reichstag. Berlin, Germany, 1946 © Werner Bischof / Magnum Photos
Der Reichstag. Berlin, Germany, 1946 © Werner Bischof / Magnum Photos
Werner Bischof's Montage von Europa. Zurich, Switzerland, 1948 © Werner Bischof / Magnum Photos
Werner Bischof's Montage von Europa. Zurich, Switzerland, 1948 © Werner Bischof / Magnum Photos
Dschunken in der Bucht von Kowloon. Hong Kong, 1952 © Werner Bischof / Magnum Photos
Dschunken in der Bucht von Kowloon. Hong Kong, 1952 © Werner Bischof / Magnum Photos
Americana. USA, 1954 © Werner Bischof / Magnum Photos
Americana. USA, 1954 © Werner Bischof / Magnum Photos
Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Panama Kanals. Panama, 1954 © Werner Bischof / Magnum Photos
Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Panama Kanals. Panama, 1954 © Werner Bischof / Magnum Photos
Auf dem Weg nach Cuzco. Near Pisac, Peru, 1954 © Werner Bischof / Magnum Photos
Auf dem Weg nach Cuzco. Near Pisac, Peru, 1954 © Werner Bischof / Magnum Photos

Der Schweizer Magnum-Fotograf Werner Bischof arbeitete als Bildjournalist für die auflagenstarken Magazine «Life» und «Picture Post». Bis zu seinem frühen Tod 1954 entstand in nur wenigen Jahren ein vielschichtiges Werk. Im April 2016 jährte sich sein Geburtstag zum 100. Mal. Die Ausstellung im Kunstfoyer ist eine Hommage an dieses Lebenswerk. Rund 220 vintages (zeitgenössische Originalabzüge) und Dokumente aus dem Werner Bischof Estate geben einen umfassenden Überblick über seine Studioarbeiten, seine Aufnahmen zu Europa nach dem Zweiten Weltkrieg, seine Asienreportagen und seine Bilder aus den USA und Südamerika. Die Kontaktbögen und Originalabzüge aus dem Estate werden zum ersten Mal öffentlich gezeigt. Wir freuen uns, mit dieser Ausstellung und der zugleich erschienenen Publikation tiefe Einblicke in das Werk und die Gedankenwelt des Fotografen geben zu können.

Die Ausstellung Werner Bischof. Standpunkt wurde von Marco Bischof und Isabel Siben für das Kunstfoyer München kuratiert. Für den Werner Bischof Estate ist es die bislang bedeutendste Ausstellung, die über den Fotografen Werner Bischof konzipiert wurde, da zum ersten Mal zeitgenössische Originalabzüge (vintages) gezeigt werden. Anfang des Jahres 2016 war die Ausstellung im Musée d´Elysée, Lausanne, zu sehen. Weitere internationale Stationen sind in Planung.

Werner Bischof (1916 –1954) machte sich mit faszinierenden Kompositionen aus Licht und Schatten schon früh als Studio- und Werbefotograf einen Namen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs dokumentierte er als Fotojournalist das verwüstete Europa, die Flüchtlingsströme und die Vertriebenen. Seine Bilder schildern das Leid und die Zerstörungswut des Krieges. Sein Motto lautete: «Es kommt nicht darauf an, aus der Fotografie wie im alten Sinne eine Kunst zu machen, sondern auf die tiefe soziale Verantwortung des Fotografen, der mit den gegebenen elementaren fotografischen Mitteln eine Arbeit leistet, die mit anderen Mitteln nicht zu leisten wäre.»

In diesem Sinne schuf Bischof Bilder, die zwar bittere Armut und tiefes Leid zeigen, doch auch Dokumente einer inneren Kraft und Willensstärke der abgebildeten Menschen sind. Die Oberflächlichkeit und Sensationslust des Redaktionsgeschäftes stießen ihn ab, dennoch wurde er meist in Krisengebiete entsandt. In den wenigen Jahren seiner Tätigkeit setzte Werner Bischof neue Maßstäbe für Qualität und Ethik in der Fotografie. Ästhetisches Gefühl, elementare Formkraft und humanes Engagement verbanden sich bei ihm zu einer inneren Einheit: «Es trieb mich hinaus, das wahre Gesicht der Welt kennen zu lernen. Unser gutes, gesättigtes Leben nahm vielen den Blick für die ungeheure Not außerhalb unserer Grenzen.»

Die Ausstellung gliedert sich in die Kapitel "Studio", "Europa nach 1945", "Asien", "Ausstellung 1953" und "USA / Südamerika".
 

Zur Ausstellung ist das umfangreich bebilderte Buch «Werner Bischof. Standpunkt» beim Verlag Scheidegger & Spiess erschienen. Preis: 77,- €